Eine frühe Besiedlung der Harde (Verwaltungsbezirk) durch die Friesen ist für das 8. Jahrhundert historisch nachgewiesen worden. Siedlungsspuren lassen sich in Brösum aber bis um die Zeit um Christi Geburt zurückverfolgen. Die schriftliche Erwähnung in Urkunden beginnt im 12. Jahrhundert, zu der Zeit als die zweite Besiedlungswelle durch die Friesen erfolgte. Damals  bereits christianisiert, bauten sie die Kirchen in Eiderstedt: Tating (1103) und Garding (1107). Kleinere Kapellen folgten unmittelbar danach. St. Peter-Ording ist einer der ersten Orte der Christianisierung gewesen - die Friesen kamen über die Nordsee.

Um 1840 beginnt die Geschichte von St. Peter als bedeutender Badeort. Zu dieser Zeit wurden die ersten Badegäste mittels Badekarren ins Meer gefahren und ein Zelthaus zur Wirtschaft errichtet. Einige andere Häuser in der näheren Umgebung fingen an, sich auf Gäste einzurichten.

Doch diese ersten Anfänge waren von Misserfolg geprägt. Ausschlaggebend war die Wahl des Standortes. Der Weg von Garding war zu lang, außerdem musste man stets auf eine passende Flut warten. Dieser Umstand war sehr unbequem für die Gäste aus der Ferne. Die Zahl der Badenden blieb gering. Damit schlief auch der anfängliche Trubel in den Wirtschaften wieder ein.

1876 starteten P.W. Jens und Herr Jensen den zweiten Versuch und gründeten ein neues Seebad in Ording. In nächster Nähe der Dünen und des Strandes wurden ein hölzerner Bau und einige Badezelte am Strand errichtet. Bald kehrte das alte Leben wieder ein. Alles, was jetzt noch fehlte, waren vermögende Unternehmer, die dort die ersten Badehotels errichteten. Einer davon war der Gastwirt Jensen, der inmitten der Dünen das „Hotel Wilhelminenhöh“ errichtete.

Weitere Aufmerksamkeit lenkte Dr. Oscar-Louis Scheby auf das Seebad. Er erkannte als erster Mediziner das heilende Klima St. Peters, das, bedingt durch staub- und keimfreie Luft, „ gegen Erkrankungen der Atmungsorgane eine Wirkung hat, die absoluter Immunität gleichkommt“. Geprägt von den Vorstellungen des Badedirektors Wilhelm Haenisch förderte er zwischen 1890 und 1900 die Anlegung von Waldflächen, die einen weiteren Heileffekt für die Badegäste haben sollten.

Die charakteristischen Merkmale St. Peters sind nach wie vor die direkte Meerlage und der breite Sandstrand, der weit ins Meer hineinreicht und damit ein problemloses Baden (damals mit den Badekarren) ermöglicht. Darüber hinaus ist der Strand völlig frei von Schlick und durch seine schier endlose Weite hervorragend für ausgedehnte Spaziergänge zu nutzen.

Damals wie heute gilt: Der „von der Hektik befallene Mensch der Großstadt“ sucht Heilung und Entspannung in St. Peter-Ording, das den Titel „Seeheilbad“ seit nunmehr 50 Jahren trägt.


St. Peter-Ording in Zahlen

1137 wird die Harde Utholm als "Holmbo Haerret" zum ersten Mal erwähnt.

1367 gibt die Harde Utholm den Hamburger und Lüneburger Kaufleuten sicheres Geleit.

1373 gibt auch das Kirchspiel St. Peter den Hamburger Kaufleuten sicheres Geleit.

1421 Zuversichtsbrief: Die Lübecker Kaufleute, die ihr Schiff bei Süderhöft verloren haben, fordern ihre Waren zurück

1444 Urden = Ording. Der Name erscheint in den Klageschriften gegen die Dithmarscher.

1445 Ulstrup wird zu St. Peter - die Utholmer erheben sich gegen den Amtmann Otto Spliet auf dem Gerichtsplatz vor der Kirche St. Peter, als er die neuen Gesetzesregelungen (Verbot der Fehde und Blutrache) durchdrücken will. Der Gerichtsplatz vor der Kirche "Sankt Peter" ist in aller Munde und wird seitdem nur noch als "Sunte Peter" = SANKT PETER erwähnt. Der Name der Kirche setzt sich schließlich als Ortsname durch. Der Name Ulstrup lebt weiter im Ortsnamen "Olsdorf".

1533 wahrscheinlich Zerstörung der ersten Kirche in Ording.

1558 wird die Kapelle in Süderhöft aufgegeben. Dort bleibt nur noch der Friedhof für Strandleichen.

1621 wird die "Kirchenleye" (heute Badallee) durch den ersten Deichgrafen von Eiderstedt Matthias Typtius eingedeicht. Er verkauft den Koog schon bald an die Gemeinde.

1634 richtet die 2. Mandränke (große Sturmflut) großen Schaden in Ording an. Der Deich muss zurückgenommen werden. Im Laufe der Sturmfluten bis 1825 verliert Ording 500 ha Land.

1643 entstehen die drei Wehlen am Westmarker Deich.

1724 wird in Ording die 2. Kirche 800 m nach Osten verlagert.

1825 bricht die letzte große Sturmflut in Ording und in Süderhöft die Deiche. Eiderstedt steht bis Garding unter Wasser.

1877 bauen die Aktionäre das erste Hotel an der Nahtstelle zwischen Ording und St. Peter. Bis zu diesem Datum wurden St. Peter und Ording die "Armenhäuser" der Landschaft Eiderstedt genannt. Mit dem Badeverkehr und den Touristen ändert sich dieses Verhältnis - St. Peter und Ording werden die "Goldgräberstädte" der Landschaft.

1926 Bau der Badbrücke (1 km).

1932 Verlängerung der Eisenbahnlinie von Garding nach St. Peter und Ording.

1945 Gründung der Oberschule für Jungen und Mädchen in St. Peter. Basis sind 7 Berliner Oberschulen mit Ihren evakuierten Kindern.

1958 wird die Schwefelquelle entdeckt. Das Kurmittelhaus wird in kleinem Umfang eingerichtet.

1962 dringt bei der Sturmflut das Wasser bis in den Ortsteil Bad.

1967 St. Peter und Ording werden EINE Gemeinde.

1968 Eröffnung des Meerwasserwellenbades.

1976 Bau des heutigen Best Western Premier Hotel Ambassador, damals noch unter dem Namen „Kurhotel“. Vor dem Bau des heutigen Haupthauses stand aber schon seit 1890 das „Hotel Sankt Peter“, welches immer wieder umgebaut wurde.

1986 Übernahme des Kurhotels durch die Familie Sroka sowie Umbenennung des Hauses in Best Western Hotel Ambassador.

1993 Bad Sankt Peter-Ording registriert 2,4 Millionen Übernachtungen.

1996 Erbauung des Tierparks „Westküstenpark“ am Eingang zwischen den Ortsteilen Dorf und Böhl.

1997 Umbau und Erweiterung des Meerwasserwellenbades zum Spaß- und Freizeitbad „Dünen-Therme“.

1999 erfolgt ein zweites Mal der Umbau und die Erweiterung des Meerwasserwellenbades „Dünen-Therme“.

2000 Die zweite Generation der Sroka Familie steigt in das Unternehmen ein.

2002 Erweiterung des „Westküstenparks“ um das neue „Robbarium“.


Geschichte des Hotels Ambassador in St. Peter-Ording

Dr. Oskar-Louis Scheby, ein aus Hamburg stammender Arzt, erkannte als erster Mediziner die heilende Kraft St. Peters. 1890 schrieb er in sein Tagebuch:

Das neu erbaute „Hotel Sankt Peter“ ist mit allem Komfort der Neuzeit ausgestattet und liegt, mit „Wilhelminenhöh“, von allen Hotels am nächsten der See. Es enthält 30 hohe und freundliche Zimmer, sämtlich mit Seeaussicht; ein geräumiger Speisesaal, Lesezimmer und Warmbadeeinrichtungen befinden sich im Hause. Es ist besonders Rücksicht genommen auf große, bequeme Betten. Der Pensionspreis beträgt für ein Zimmer mit einem Bett DM 28,00 bis DM 42,00 pro Woche. Für Familien entsprechend billiger. Vorläufig stehen acht Badekarren zur Verfügung. Es gehört Volquarts und Jeß.

Drei Jahre später wurde das „Hotel Sankt Peter“ von Familie Matthiessen gekauft und weitergeführt.

Der nächste Inhaber ab 1902 ist Herr B. Duhm.

1927 gibt es erneut einen Besitzerwechsel: Adolf Kaminski kauft das „Hotel Sankt Peter“ und tauft es um in „Kurhaus“. Das „Kurhaus“ hat drei Dependancen: Matje Flohrs, Haus Stefan sowie Hotel Fernsicht.

Die neuere Geschichte nach 1945 berichtet von verschiedenen Inhabern: In den 50er Jahren wurde das Hotel von Herrn Schwarz und anschließend von Herrn Stradt gepachtet, der einige Renovierungsarbeiten vornahm.

Ende 1979 wurde das Hotel bis auf den Seitenflügel vollständig abgerissen und unter der Leitung von Herrn Stradt und Herrn Busch neu erbaut.

1983 übernahm Wolfgang Reh das wiedererbaute Domizil.

Seit 1985 betreibt Joern U. Sroka das Hotel unter dem neuen Namen „Ambassador“. Seit dieser Zeit ist das First-Class-Haus auch an die Best Western Hotelkette angeschlossen und wurde fortlaufend renoviert.

Im Jahr 2000 begingen wir das 15jährige Jubiläum als Best Western Ambassador, St. Peter-Ording! Es wird fortan von zwei Brüdern der zweiten Generation der Familie Sroka geführt.